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Die Evaluierung der Arbeit des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) – und die mögliche Schließung des Standortes Erfurt des IGZ

Im Jahr 2015 hat eine mit Fachgutachter_innen besetzte Evaluierungskommission das IGZ begutachtet. Wir begrüßen die sehr positive Evaluierung des IGZ durch diese internationale Evaluierungskommission und nehmen die im Bewertungsbericht skizzierten Herausforderungen und Empfehlungen gerne an, und werden diese konsequent und stringent umsetzen.

Der Bewertungsbericht ist am 17. März 2016 veröffentlicht worden (Anlage B der Stellungnahme des Senats der Leibniz-Gemeinschaft zum IGZ; http://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/downloads/Evaluierung/…). Die Fachgutachter_innen empfehlen unter Nutzung der vorhandenen exzellenten Infrastrukturen eine Verstärkung der Grundlagenforschung am IGZ, die aber weiterhin einen Blick auf eine praxisorientierte Anwendung haben soll. Wir werden die festgestellten Stärken des IGZ weiter ausbauen und vertiefen. Das IGZ wird sich noch stärker international vernetzen, um auch zukünftig wichtige wissenschaftliche Beiträge zum Gartenbau zu leisten. Insgesamt können wir am IGZ die Aussagen in diesem Fachgutachten gut nachvollziehen und haben uns auf die Umsetzung der Hinweise gefreut.

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat am 17. März eine für uns überraschende Stellungnahme zum IGZ veröffentlicht. Der Senat empfiehlt trotz der insgesamt positiven Einschätzung der Expert_innen der internationalen Evaluierungskommission eine Schließung des Standorts Erfurts des IGZ und zudem eine Überprüfung der Fördervoraussetzungen des IGZ bereits nach vier Jahren.

Die Aufgabe des Senats der Leibniz-Gemeinschaft ist es, auf der Grundlage des wissenschaftlichen Bewertungsberichtes der Expert_innen eine wissenschaftspolitische Stellungnahme zum begutachteten Institut abzugeben. An den wissenschaftspolitischen Diskussionen im Senat ist das IGZ nicht beteiligt gewesen. Aus unserer Sicht ist es sehr ungewöhnlich, dass aus wissenschaftspolitischen Gründen die Schließung eines IGZ-Standortes empfohlen wird, dem aus wissenschaftlicher Sicht gute Entwicklungsperspektiven bescheinigt wurden.

Übrigens würde diese Standortschließung in Erfurt für das IGZ auch den Wegfall der Förderung durch den Freistaat Thüringen bedeuten, und damit zunächst eine Reduktion der öffentlichen Zuwendungen an das IGZ um 30%. Betroffen wäre also nicht nur die Zierpflanzenforschung, die wesentlich am Standort Erfurt durchgeführt wird, sondern das gesamte IGZ.

Forschung ist kein Selbstzweck, und gartenbauwissenschaftliche Forschung schon gar nicht. Wir hoffen, dass wir auch weiterhin mit unseren wissenschaftlichen Kooperationspartnern in Thüringen und in der Region zusammenarbeiten können und diese Zusammenarbeit sogar wie geplant in Zukunft verstärken können.

Unsere vor kurzem noch einmal intensivierte Zusammenarbeit mit der FH Erfurt, auch im Bereich der forschungsbasierten Lehre, halten wir für ein gutes Beispiel der Zusammenarbeit eines Leibniz-Instituts mit einer Fachhochschule. Wir können gut nachvollziehen, dass die Studierenden der FH Erfurt für die Weiterführung ihrer guten Ausbildungsmöglichkeiten kämpfen und gegen die Empfehlung des Senats zur Schließung des Standorts Erfurt protestieren (siehe https://www.openpetition.de/petition/online/schliessung-des-igz-standortes-erfurt-gravierende-auswirkungen-auf-die-gartenbaulichen-studiengaenge).

Gute Forschung ist auch Grundlage für erfolgreiche Innovationen. Wir haben in den vergangenen Jahren, zusammen mit Betrieben und Unternehmen innovative Ansätze im Gartenbau entwickelt und unterstützt. Wir halten es für wichtig, dass diese Förderung von technischen, aber auch gesellschaftlichen Innovationen für einen nachhaltigen Gartenbau bei einer wissenschaftspolitischen Bewertung des IGZ berücksichtigt wird. Wir freuen uns, dass Politik, Verbände und Betriebe uns zurzeit dabei unterstützen, die Bedeutung von Innovation für Gesellschaft und Wirtschaft zu unterstreichen.

In wenigen Wochen wird die gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) zur weiteren Finanzierung des IGZ und zur Schließung des Standortes Erfurt entscheiden. Wir hoffen, dass die GWK sich mit den Empfehlungen und Informationen zum IGZ intensiv beschäftigt und eine sachgerechte Entscheidung trifft.

Auf dieser Homepage finden Sie eine aktuelle Seite „Wir am IGZ“, die Ihnen die unterschiedlichen Motivationen der Mitarbeiter_innen am IGZ nahebringen soll. Wir hoffen, dass wir unsere Vielfalt auch in Zukunft erhalten können.

Falls Sie Fragen oder Hinweise haben, können Sie uns jederzeit erreichen:

Prof. Eckhard George, Wissenschaftlicher Direktor des IGZ, george@igzev.de, 033701 / 78131

Prof. Philipp Franken, Abteilungsleiter am Standort Erfurt, franken@igzev.de, 036201 / 785217

Dr. Marina Korn, Wissenschaftsreferentin des IGZ, korn@igzev.de, 033701 / 78238

E. George, Wissenschaftlicher Direktor des IGZ, 24.04.2016

Die Wissenschaftler_innen am Institut befassen sich in ihrer Arbeit mit einer großen Bandbreite an Themen von wissenschaftlicher und praktischer Relevanz. Dabei werden die einzelnen Projekte Schwerpunkten zugeordnet, die ihrerseits in Programmbereiche eingegliedert sind. Diese Programmbereiche sind Gartenbaupraxis und urbaner Gartenbau (1); Nutzung biologischer Systeme im Gartenbau (2); Gartenbau, Umwelt und der Verbraucher (3) und Globale Änderungen und Gartenbau (4).

35

Länder weltweit als Projekt- oder Kooperationspartner

39

Internationale Vorträge hielten unsere Wissenschaftler_innen (2015)

14

Kooperationsverträge mit Universitäten und Fachhochschulen im In- und Ausland

30

Projekte erhielten 2015 Drittmittelförderung