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Newsoil21

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01.2017 - 12.2021

Apfel- und Spargelanlagen sind Dauerkulturanlagen mit einer Flächennutzung von durchschnittlich 20 Jahren bei Apfel und 10 Jahren bei Spargel. In den Obstbaubetrieben Brandenburgs muss gegenwärtig der Aufbau der nächsten Generation Obstanlagen erfolgen. Die Problematik hierbei sind die vorhandenen Wuchs- und Ertragsdepressionen im Nachbau: Ein Hauptanteil der Anpflanzungen muss in Zukunft auf Flächen getätigt werden, auf denen zuvor ein bis zwei Generationen Apfelbäume wuchsen. Auch bei den Spargelbetrieben wird das Finden geeigneter Flächen, auf denen bisher kein Spargel angebaut wurde, immer schwieriger.

KOOPERATIONSPARTNER

NAME
Standort
Land
Versuchs- und Kontrollring für den Integrierten Anbau von Obst und Gemüse im Land Brandenburg e.V., Projektkoordination
Deutschland
Markendorf Obst eG
Deutschland
NaturObsthof Heidrun Hauke (Bioland)
Deutschland
Obstbau Dohrmann
Deutschland
Spargelhof Hugo Simianer und Söhne GbR
Deutschland
GSUB GmbH
Deutschland
Beratung Gartenbau Landwirtschaft
Deutschland

 

Wuchs- und Ertragsdepressionen im Nachbau können je nach Bodenverhältnissen und Sortenwahl bei Spargel bis zu 60% (im Mittel 13%) gegenüber ‚unbelastetem‘ Boden betragen. Bei Apfel wurden Ertragsrückgänge von 30-50% (im Mittel 47%) ermittelt. Aus Beobachtungen bei Apfel in Brandenburg ist bekannt, dass auf den sandigen Flächenanteilen der Felder die Auswirkungen stärker sind als auf lehmigen Flächen. Die bisher genutzte chemische Bodenbehandlung ist in Deutschland nicht mehr zugelassen.

Zu den Ursachen für die Nachbauproblematik (spezifische Bodenmüdigkeit – specific apple or asparagus replant disease) gibt es seit vielen Jahren umfangreiche Forschungsarbeiten und die mögliche Ursache ist nach wie vor nicht vollständig geklärt. Es wird von einem Ursachenkomplex ausgegangen, der zu großen Teilen mikrobieller Natur ist, dazu gehören:

  • Pilzliche Schaderreger (Fusarium spp., Rhizoctonia u.a.)
  • Oomyceten (Phytium, Phytophtora)
  • Bildung von Autotoxinen und Allelochemikalien
  • Bakterien (Aktinomyzeten, Pseudomonas spec.)

Im Rahmen des beantragten EIP Projektes sollen Varianten von Kulturführung und alternativer Bodenbehandlung zur Minderung der Nachbauschäden an Dauerkulturen für Brandenburger Boden- und Klimaverhältnisse in der Praxis geprüft werden, um die Voraussetzungen für einen Transfer der Ergebnisse in die Region zu schaffen. Die pflanzenbaulichen Rahmenbedingungen für den Nachbau werden optimiert. Dies betrifft sowohl die Bodenvorbereitung hinsichtlich Struktur, Humusgehalt und Nährstoffverhältnissen, als auch Pflanzabstände und Fertigationsmöglichkeiten. Die Stärke und Ausprägung der zu erwartenden Wuchsdepressionen sowie die Effektivität von Bodenbehandlungen werden in Gefäßversuchen verifiziert.

Das Ziel des Vorhabens ist, durch geeignete Anbaustrategien den Ertrag von Apfel und Spargel im Nachbau unter Brandenburger Boden- und Klimaverhältnissen zu erhöhen. Dies soll durch die Prüfung der bisher in Studien als potentiell erfolgreich beschriebenen Anbaustrategien in den Betriebsflächen erfolgen. Des Weiteren soll die Effektivität der Anbaustrategien bewertet werden, indem die erreichten Ertragssteigerungen den nötigen Zusatzkosten gegenüber gestellt werden, unter Berücksichtigung einer Ertragsmodellierung für die Folgejahre nach Projektabschluss. Für Betriebe mit Apfel- und Spargelanbau in Brandenburg kann die Umstellung auf erfolgreichere Nachbau- bzw. Anbaustrategien die Möglichkeit der weiteren Produktion ohne Flächeneinschränkungen bedeuten. Im Ergebnis können zwar teilweise höhere Investitionen bei der Flächenneuanlage erforderlich sein, aber der Betriebserhalt wird gewährleistet.

NewSoil21 – Website

 

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